1. August-Feier in Lengnau

Die Bundesfeier in Lengnau war dieses Jahr äusserst gut besucht.

Unter Leitung von Gemeinderat Thomas Hübscher organisierte die Bildungs- und Kulturkommission die 1. August-Feier 2021. Auf dem Juraplatz wurden 300 Personen mit Wurst und Salat verpflegt und genossen an einem ersten Anlass während "Corona-Zeiten" das Zusammensein. 

Gemeindepräsidentin Sandra Huber wies in ihrer Rede auf das Gute und Schöne in Lengnau hin.

1. August-Rede vom 2021

Sehr geehrte Lengnauerinnen und Lengnauer,

geschätzte Organisierende und Mitarbeitende der Gemeinde Lengnau, liebe Gäste, werte Helferinnen und Helfer, geschätzte Chüelibach Musikanten

Wir feiern 1. August. Wir feiern auch die Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und dass wir grosse und kleine Freiheiten geniessen dürfen.

Unsere Grundbedürfnisse sind gedeckt, sodass wir uns Spaziergänge, Müssiggang, viele nützliche auch weniger nützliche Sachen und Hobbys leisten können – sogenannte Psychohygiene. All das Gute erfordert, Entscheidungen selber zu treffen, Verantwortung zu tragen und vorzusorgen. Wir müssen also etwas - nein, eigentlich viel - für unser Wohlergehen machen. Meistens ist es Arbeit, es kann auch ein kurzfristiges «Ertragen» sein oder ein Verzicht auf Bequemlichkeit für eine kurze Zeit.

Danach wird sich dann der Erfolg, das Glück oder die gute Sache einstellen … eine Bedingung dafür ist, das Gute sehen zu können, ja auch sehen zu wollen. Gute Gedanken sind gesunde Gedanken, sie machen das Leben leichter, fröhlicher, geben Kraft, Energie und Kreativität. Die Nebenwirkung davon ist, wir müssen keine Schuldigen finden für unser Unglück und niemanden «runtermachen», um besser dazu stehen. Neid und Missgunst braucht es so auch nicht wenn man glücklich ist. Wir sind ganz einfach gesagt, ausgeglichener und zufriedener.

Aber häufig drängt sich in unseren Gedanken das Misslungene und das Unglück vor: Denn leider beginnt die Konzentration auf das Negative bereits mit der Zeitung am Morgen – ein Beispiel, Schlagzeilen Bieler Tagblatt 29. Juli 2021, letzte Seite: Ressourcen Planet aufgebraucht, fristlose Entlassung schlafender Wärter, Notstand Lombardei, 3 Tote, Vermisste vermutlich auch tot, Stau und Überschwemmungen. Dass ein Stück von Dianas Hochzeittorte versteigert werden soll, kann die negativen Worte nicht auffangen … Danach im Radio werden die traurigen Fakten wiederholt und unser Hirn macht Verbindungen zu ähnlich schlimmen Erfahrungen und, und, und.

Deshalb bitte, bitte öffnet bewusst die Augen für das Gute und Schöne. Ich zähle ein paar Beispiele auf mit dem Hinweis, dass das alles uns nicht nur geschenkt wurde - nein es stecken Arbeit und/oder Steuern von uns allen dahinter:

  • ich freue mich über die schön gestalteten Begegnungsorte mit den farbigen Blumen und noch mehr, dass dort Menschen anzutreffen sind, die offen sind und gerne ein Wort wechseln
  • ich habe grosse Vorfreude beim Beobachten, wie für die Renaturierung des Baches an der Eichholzstrasse gearbeitet wird …
  •  … besonders da ich weiss, anhand vom Dorf- und Moosbach, wie schön es werden kann
  • ich bin zufrieden, weil ich weiss, dass es in Zukunft mehr und nicht weniger Arbeitsplätze in Lengnau geben wird
  • ich erfreue mich an den neu gestalteten Strassen und schönen Häusern im Dorf
  • ich staune beim Zu-Fuss-Gehen in und um unser Dorf über das viele Grün und die wilden Tiere und Insekten
  • ich bin beruhigt aufgrund unserer gesunden Finanzen und der funktionierenden Organisation unserer Gemeinde
  • ich sehe jedes Kind als Geschenk an und freue mich über die Kommunikationsfreude, wie sie gefördert werden und über die Fortschritte, die sie stetig machen
  • ich bin stolz auf die vielen Freiwilligen und Vereine, die für die Mitmenschen da sind
  • ich nutze sehr gerne die guten Einkaufsmöglichkeiten und Infrastruktur im Dorf
  • ich schätze extrem unser hochwertiges Trinkwasser, spottbillig und frei Haus geliefert – da ich mich selber auch immer wieder ermahnen muss: Bitte trinkt genug davon, auch ohne bzw. über den Durst! Wasser!!!
  • ich bin dankbar, dass wir von den Unwettern ziemlich verschont wurden – hier und jetzt ein Lob an die Liegenschaftsbesitzer. Für die Vermeidung von Schäden haben sie vorbeugende Massnahmen getroffen oder haben nach dem Wassereinbruch rasch und richtig gehandelt!
  • ich bin überglücklich, dass wir hier zusammen feiern können und über die anderen schönen Anlässe, die noch folgen werden. Herzlichen Dank euch allen!

Ich fordere euch auf, zwar kritisch und achtsam zu bleiben und wo sinnvoll vorzubeugen. Aber Angst ist kein guter Ratgeber, weder für euch selber noch für euer Umfeld. Bleibt zuversichtlich, aufgestellt, schätzt, hegt und pflegt weiterhin unser Lengnau und die Errungenschaften unserer Schweiz! Habt Vertrauen in euch und in euer Umfeld!

Nochmal ein grosses MERCI und hebet’s guet!


Sandra Huber, Gemeindepräsidentin